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Was ist Kurzsichtigkeit?

22.06.2018

Bis 2050 soll die Hälfte der Menschheit kurzsichtig sein. Umso interessanter wird das Thema in den kommenden Jahren – was ist das überhaupt, wie bemerkt man es und kann man es vorbeugen?

Bereits in der Schule sitzt man plötzlich nicht mehr gerne in der letzten Reihe. Denn ganz egal wie uncool ein Sitz weiter vorne zu sein scheint, dort kann man wenigstens lesen. Später in der Universität bekommt man Kopfschmerzen vom langen Vorlesungstag. Mit dem Auto verfährt man sich, weil die Straßenschilder plötzlich viel zu kleinen Schriften aufweisen und nachts ist trotz funktionierter Scheinwerfer die Welt ziemlich dunkel. Das alles kann auf Kurzsichtigkeit hindeuten. Bei Kurzsichtigkeit – medizinisch Myopie – sieht man auf kurze Distanz hervorragend. In der Ferne werden die Gegenstände und Buchstaben dann aber unscharf.

Was ist Kurzsichtigkeit überhaupt?  

Kurzsichtigkeit tritt in der Regel in den ersten drei Lebensjahrzehnten auf, wobei sie zu ziemlich jedem Zeitpunkt eintreten kann. Zum einen gibt es die degenerative Myopie, die bereits angeboren ist. Ab einem Alter von 10 Jahren kann die sogenannte Myopia simplex auftreten. Diese Form der Kurzsichtigkeit verstärkt sich in den meisten Fällen ab Anfang 20 nicht mehr, in Ausnahmefällen aber erst ab 30 Jahren. Während es bei den einen ausklingt, beginnt die Kurzsichtigkeit bei anderen erst mit Mitte 20 und in seltenen Fällen sogar in noch höherem Alter (maligne Myopie).

Kurzsichtigkeit kann daher in jeder Altersklasse auftauchen. Dabei gibt es verschiedene Ursachen: zum einen kann der Augapfel zu lang sein. Dann werden die Bilder (wir sehen diese als Lichtpunkte) nicht wie normalerweise auf der Netzhaut gespiegelt und vom Gehirn verarbeitet, sondern schon etwas vor der Netzhaut. Deshalb kommen die Bilder unscharf im Gehirn an.

Kurzsichtigkeit im Schema, das Licht wird vor der Netzhaut gebrochen

Es gibt noch einen anderen, aber weitaus selteneren Grund für Kurzsichtigkeit: die Brechkraft von Hornhaut, Kammerwasser oder Augenlinse kann zu stark sein. Dann ist der Augapfel zwar normal, doch die Linse ist so gekrümmt, dass das Licht ungünstig gebrochen wird. Auch dann kommen die Bilder unscharf an.

Um die richtige Diagnose und dementsprechende Sehhilfen zu bekommen, sollte man daher immer im ersten Schritt einen Augenarzt aufsuchen. Sobald die Bestimmung der Sehschwäche geschehen ist, kann man entsprechend reagieren.

Was ist Kurzsichtigkeit?

Wie wird Kurzsichtigkeit festgestellt?

Gemessen wird Kurzsichtigkeit durch eine sogenannte Refraktionsbestimmung. Diese kann sowohl der Optiker als auch der Augenarzt durchführen. Die Refraktion lässt sich subjektiv und objektiv feststellen. Objektiv wird sie anhand von verschiedenen Geräten durchgeführt, allerdings geben die Aussagen des Tests nur bedingt Auskunft. Die Ergebnisse sollten durch die subjektive Refraktionsbestimmung ergänzt werden, um die Werte optimal zu bestimmen.

Bei der subjektiven Messung wird eine spezielle Apparatur, ein sogenannter Phoropter, vor die Augen gesetzt und verschiedene Korrekturgläser eingesetzt. Dann werden große und kleine Zeichen in der Ferne auf eine Fläche projiziert und die Augen nacheinander getestet: wann kann der Kunde die Buchstaben und Zahlen scharf sehen? Der Kunde muss permanent zwischen zwei Stärken entscheiden bis die optimale Dioptrienstärke gefunden wurde.

Und apropos: was sind eigentlich Dioptrien? Die Kurzdefinition lautet: Maßeinheit für die Brechkraft eines optischen Systems, also beispielsweise einer Brille. Dadurch wird das einfallende Licht anders gebrochen, sodass es genau auf der Netzhaut auftrifft und scharfes Sehen ermöglicht wird. Dioptrienwerte werden mit dpt abgekürzt, wobei Plus-Werte eine Weitsichtigkeit und Minus-Werte eine Kurzsichtigkeit darstellen.

Ist Kurzsichtigkeit heilbar?

Kurzsichtigkeit ist nicht heilbar, kann aber durch eine Brille oder durch Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Bei Kindern kann Kurzsichtigkeit aber zumindest durch Toben und Spielen draußen vorgebeugt werden, denn das schadet den Augen nicht – im Gegensatz zum Smartphone-, Tablet oder Laptopkonsum. Dabei blickt man zu selten in die Ferne und trainiert seine Augen nicht ausreichend. Also unser Appell an euch: raus mit euch!

Wenn ihr trotz aller frischer Luft glaubt, kurzsichtig zu sein, lasst euch gerne in unseren Stores oder bei einem Partneroptiker beraten. Beim ersten Feststellen einer Sehschwäche geht man am besten zu einem Augenarzt. Die Sehschwäche kann durch Brillen oder Kontaktlinsen oder auch Augenoperationen ausgeglichen werden.

Wenn ihr euch jetzt die Frage stellt, welches die richtige Maßnahme ist, hier ist ein kurzer Überblick zu Kontaktlinsen.

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