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Auf Ein Wort – Mit UpCycles Wunschrad

09.03.2017

„Den Rädern neues Leben einhauchen und sie wieder auf die Straße bringen, wo sie hingehören,“ ist das Motto der drei Gründer von UpCycles Wunschrad, dem etwas anderen Fahrradatelier aus Köln-Ehrenfeld. Stephan, Julien und Jérémy verwandeln alte Fahrräder in echte Schmuckstücke, die neben ihrem stylischen Design und dem besonderen Look eben auch mit Nachhaltigkeit punkten. Das finden wir besonders ehrenhaft, idealistisch und großartig und haben die Jungs kurzerhand zu ein paar spannenden Themen ausgefragt.

Wer ist Up Cycles? Was ist euer Background?

Julien – In Fachkreisen auch „Le Maitre“ genannt, ist von Hause aus Maschinenbau-, Werkstoffingenieur und Fahrradfachmann aus Frankreich. Lange in London gelebt und gearbeitet ist er der Spezialist für handgefertigte Bambusrahmen und ein wandelndes Fahrradlexikon noch dazu.

Jeremy – Als Pariser Vintageconnaisseur ist er der Fachmann für die Aufbereitung von Gebrauchtteilen, Rahmen und Zubehör. Er ist zuständig für die kompetente Mischung aus neu und alt und besitzt den besonderen Blick für Stil und Qualität.

Stephan – Als Fahrradenthusiast, diplomierter Sozialwissenschaftler und Vater zweier Söhne kümmere ich mich darum, dass jeder Kunde sein individuelles Wunschrad bekommt. Immer passend zu den eigenen Bedürfnissen versteht sich.

Upcycling statt neu zu produzieren – Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Nachdem Julien erst in London eine Werkstatt geleitet und sich anschließend in Frankreich der Entwicklung von Bambusrädern gewidmet hat und ich zeitlgleich in Köln Vintageräder an- und verkaufte, fanden wir uns 2013 beruflich zusammen. Wie es der Zufall so will, lernten wir 2014 dann noch den dritten im Bunde, Jeremy, über Bekannte kennen. 2015 wurde dann UpCycles Wunschrad ins Leben gerufen. Alles Weitere ist Geschichte.

Woher erhaltet ihr Euer Material?

Anfangs waren wir viel unterwegs, immer auf der Suche nach den besten Schnäppchen. Mittlerweile haben wir ein kleines Netzwerk an Zulieferern, die aus Leidenschaft und Liebe zum Fahrrad passionierte Sammler sind. Sie schätzen unsere Arbeit, weil wir nicht die Räder ausschlachten in und in Einzelteilen gewinnmaximierend verkaufen, sondern Rädern neues Leben einhauchen und wieder auf die Straße bringen, wo sie hingehören.

Wie kann man sich so einen Upcycle-Prozess vorstellen? Habt ihr schon im Vorfeld eine bestimmte Vorstellung wie das nächste Fahrrad aussehen soll und sucht entsprechende Rahmen oder lasst ihr Euch von den Rahmen inspirieren?

Die Entstehungswege sind sehr unterschiedlich. Zum Teil haben wir eine bestimmte Vorstellung und suchen entsprechende Rahmen und Komponenten. Oft spricht aber auch der Rahmen einen von uns an und dann folgt der Aufbau. Hier kommt es schon häufig mal zu Diskussionen, da jeder einen anderen Stil und andere Vorlieben hat. Eins ist jedoch bei uns allen gleich: Der hohe Anspruch und die Freude an der Gestaltung.

Nachhaltigkeit ist offensichtlich ein großer Teil Eures Geschäfts. Spielt Nachhaltigkeit auch in Eurem privaten Leben eine große Rolle?

Nachhaltigkeit spielt in den meisten Belangen unseres Lebens eine große Rolle. Wir alle wuchsen mit dem Bewusstsein auf, dass Dinge halten sollen. Ressourcen sollen nicht unnötig verschwendet werden, wenn etwas kaputtgeht, kann es repariert werden. So einfach.

Welche Herausforderungen gab es auf dem Weg zur Selbstständigkeit?

Viele Schwierigkeiten begleiten die Selbstständigkeit. Die Buchführung zum Beispiel ist in unserem Bereich recht komplex und es hat viel Zeit und Mühe gekostet, einen funktionierenden Prozess auf die Beine zu stellen. Eine große Herausforderung ist es auch, von dem zu Leben was wir tun und ein gutes Gehalt für die Arbeit zu erwirtschaften. Wir sind aber zuversichtlich, dass uns dies gelingt.

Was inspiriert Euch?

Die erste Inspirationsquelle ist ganz klar unser Bestand an erstklassigen und einmaligen Fahrrädern. Hinzu kommt der eigene Anspruch immer besser zu werden und erstklassige, individuelle Unikate zu kreieren.

Wir sehen gerade bei Brillen immer wieder den Retro-Trend aufleben. Ihr bringt alte Rahmen wieder auf Vordermann. Worin unterscheiden sich Eurer Meinung nach die alten zu den neuen Rädern?

Die Formsprache ist ein bedeutender Unterschied. Klassische Räder haben aufwendige Lackierungen, Typographien, Pantographen und sind häufig von Hand gebaut. Moderne Rahmen sind klobig und billig und oft lieblose Massenware aus Fernost. Das Material unserer Räder ist meistens aus Stahl im Gegensatz zu den modernen Rahmen, die aus Aluminium und Carbon hergestellt werden. Stahl ist schöner.

Wenn wir schon bei Trends sind: Fahren die Leute heutzutage mehr Fahrrad als früher? Wohin geht der Trend?

Das Auto hat als Statussymbol ausgedient. Immer mehr Menschen setzen auf das Fahrrad als Autoersatz und primäres Transportmittel. Wir glauben an den gesellschaftlichen Wandel. In Kopenhagen und Amsterdam nutzen 60% der Bewohner ihr Fahrrad ganzjährig, um ihre Arbeitsstätte zu erreichen. Um das Pendeln angenehmer zu gestalten und entsprechende Infrastruktur zu bieten, ist hier aber auch ganz klar die Politik gefragt. Elektrofahrräder erobern momentan den Markt, was unserer Ansicht eine positive Entwicklung darstellt. Wir sehen uns selbst als urbanen Mobilitätsanbieter und nicht als „normalen“ Fahrradladen. Unser Weg hat gerade erst begonnen.

Unsere Abschlussfrage: Welche Fahrräder fahrt ihr persönlich? (Es war natürlich klar, dass die Jungs nicht nur ein Fahrrad im Hof stehen haben.)

Julien:

Motobecane Supersprint 70 Jahre als Stadt/Tourenrad Umbau

Koga Miyata Fullpro 1984 mit Sram Red 2*10 Fach Gruppe als Neoretro Rennrad

Bambus Mountainbike (Eigenbau)

Jeremy:

Bootus Vitus Bambus Kombo aus französischen Alurahmen und handgemachtem Bambus Rahmen da Alurahmen defekt war. Als Stadtrad Aufbau.

Colnago Master mit 2*10 Fach Campagnolo Record Gruppe als Neoretro Rennrad

Carbon 6,8 Kg Rennrad für Training

Chromovelato Aero Rahmen in Gold als Singlespeed

Stephan:

Koga Miyata Prologue 1991 Stadtrad mit 8 Gang Nexus Nabenschaltung und Rücktrittbremse

Koga Miyata Pro AM 1979 Rennrad mit 2*10 Fach Shimano Dura Ace Gruppe als Neoretro Rennrad

MotoRihBus halb Stahlrahmen halb Bambus mit Elektromotor als Stadtrad Mischgruppe

 

Vielen Dank für das Gespräch. Wenn Ihr sehen wollt, welche tollen Räder Upcycles Wunschrad zur Zeit im Angebot haben, schaut mal auf ihre Seite: www.upcycles-wunschrad.de

Und wenn Ihr selbst ein so tolles Fahrrad gewinnen wollt, schaut doch mal bei unserer aktueller Verlosung auf Facebook vorbei: https://www.facebook.com/misterspex/ 

 

 

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