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Pappbrillen: Der neue Trend aus Berlin

17.08.2010

Pappbrillen-Erfinder Cantemir sorgt für Durchblick: „Schärfer aussehen, statt schärfer sehen.“

Druckreste sind doch im Grunde nichts weiter als Abfall. Papperlapapp! Daraus kann man doch noch was machen! Recycling ist angesagter denn je. In Berlin macht man jetzt aus Altpapier coole Pappbrillen und setzt damit möglicherweise einen ganz neuen Trend: Der Nerd war gestern, jetzt kommt der Anti-Nerd. Und der trägt bunte Brillen aus Pappe.

Schicke Aufsteller gibt’s auch. Aus Altpapier natürlich.

Begründer dieses neuen Brillen-Stylings ist Cantemir Gheorghiu. Der gebürtige Rumäne bastelte sich vor gut zwei Monaten aus einem Stück Pappe das erste, noch recht flattrige Spass-Brillengestell und stürzte sich damit ins Berliner Nachtleben. Was eigentlich als reiner Witz gedacht war, erhielt überraschend positive Resonanz: Direkt an der Bar hätte er sein erstes Bier im Tausch gegen seine Pappbrille bekommen. Da merkte er, dass sich dieser Spaß sogar bezahlt machen könnte.

Die WM-Brille wurde zum Renner unter den Pappnasen

Kurzum startete Cantemir zusammen mit seinem Kollegen Marc Aurel die Pappbrillen-Produktion. In aufwendiger Frickelei wurde aus entsorgtem Altpapier ein preisgünstiges Accessoire, das die beiden quirligen Kreativköpfe mittels Bauchladenvertrieb an die Berliner Feiereulen brachten. Vor allem zur Fußball-WM lief der Pappbrillen-Verkauf richtig gut an. Selbstverständlich wurde auch eine „WM-Brille“ für die Fans von Jogis Elf gebaut und fand entsprechend regen Absatz. Auch die „Christopher-Street-Day-Brille“ lief ganz gut. So sorgten schon die ersten Pappbrillen für Umsatz und aus dem Gag wurde ein Geschäft.

Pappbrillen-Stanze

Inzwischen werden die Pappbrillen mittels Stanzvorlage in einer umliegenden Druckerei hergestellt. Außerdem wurde das Pappbrillen-Sortiment um eine ganze Kollektion erweitert, in dem die Druckreste mit bunten und schillernden Folien beklebt werden. Jetzt gibt es sogar echte Schmückstücke, wie zum Beispiel das Modell „T 100“, bei dem Front und Bügel mit einer silbernen Metallfolie beklebt wurden. Auch schön das Modell „Kaffee bei Oma“ – hier steht die Brille in direkter Konkurrenz zur Tapete im großelterlichen Heim. Unsere persönlichen Favoriten waren allerdings „Roxette“ in knalligem Metallic-Pink und das blau-weiß gepunktete Modell „Blue Bikini“.

Hier ist die Brillenproduktion noch echte Bastelarbeit

Wie man sieht, sind Cantemir und Marc sichtlich darum bemüht, das Pappbrillen-Universum zum Laufen zu bringen. Die Druckereien beliefern sie mit neuen Druckresten. Das Sortiment wird ständig erweitert. Ausrangierte Stoff- und Tapetenreste helfen dem Pappbrillen-Team bei der Entwicklung weiterer Kollektions-Highlights. Und ihr Vertriebskonzept wird gerade neu überdacht. Die Nachfrage ist groß und das Bauchladengeschäft schon lange nicht mehr ganz zweckdienlich. Inzwischen gibt es die Teile in ausgesuchten Berliner Läden und selbstverständlich auch im Pappbrillen-Online-Shop. Aktuell werden sogar Pläne für einen europaweiten Abverkauf geschmiedet.

Daumen hoch! Die Frame-Redaktion ist jedenfalls überzeugt…

Das könnte echt was werden mit den Pappbrillen. Die braucht man zwar nicht, will man aber unbedingt haben. Warum? Weil die bunten Pappteile einen gewissen Gegentrend zu den angesagten Hornbrillen darstellen. So sieht der Träger einer bunten Pappbrille aus wie eine witzige Karikatur des stylischen Nerds. Der Anti-Nerd trägt also Pappe und genießt dabei entscheidende Vorteile:

# 1: Pappbrillen fallen auf: Die Pappbrille ist völlig neu und damit immer noch ein Hingucker. Wer auf einer Party für Wirbel sorgen möchte, kann das mit diesem bunten Frontaccessoire ganz easy bewerkstelligen.

# 2: Pappbrillen sind billig: Eine Pappbrille kostet nicht mal so viel wie ein Bier an der Bar. Damit ist selbst der wachsende Anteil der „Hartzer“ total von der Rolle und kann sich äußerst stylisch ins Nachtleben stürzen. „Arm, aber sexy“ ist schließlich nicht umsonst das Motto unserer schillernden Hauptstadt.

# 3: Pappbrillen machen glücklich: Sobald man mit dem Pappgestell durch die Gegend läuft, muss man unweigerlich anfangen zu lachen. Und umgekehrt: Man wird angelacht. Ist ein bisschen wie Karneval in Berlin.

Mehr Infos und viele coole Pappfotos gibts auf www.pappbrille.de!

 

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