Frames

Framers: Traditional Eyewear aus Berlin

03.06.2010

Brille "Claire" von Framers, Farbe 138

Deborah und David sind zwei echt coole Persönlichkeiten. Deborah wirkt schon etwas älter und ist ziemlich rund. Sie liebt die alten 20er Jahre und klassisches Styling, aber wenn sie Lust hat, läuft sie auch mal in knallengen Jeans rum. Hauptsache, es sieht irgendwie extravagant aus. David dagegen ist ein total lässiger Typ, nicht zu schmal, nicht zu dick, mag am liebsten Jeans und T-Shirt. Total unkompliziert. Die beiden haben eins gemeinsam: Sie lassen sich gern auf der Nasenspitze herumführen. Denn Deborah und David sind Brillen. Entworfen von Sarah Settgast, Brillendesignerin bei Framers aus Berlin.

„Für mich gehören Brillen zum Outfit dazu.“

Die 26-jährige ist ein echtes Rockabilly-Mädchen und hat sicher auch schon so einige Stunden beim Tätowierer verbracht. Man sieht sofort, sie liebt und lebt den Geist des Rock’n’Roll. Als Designerin in der Berliner Brillenmanufaktur Framers sorgt sie inzwischen für Rock’n’Roll im Brillengeschäft.

Sarah hat schon früh für sich erkannt, dass Brillen nichts sind, wofür man sich schämen müsste. Ganz im Gegenteil: sie lassen sich ganz hervorragend als Accessoire tragen. „Ich könnte nicht nur mit Kontaktlinsen rumlaufen, weil ich mich dann nicht wohl fühle. Ich sehe die Brille ja nicht als Behinderung, sondern als Accessoire. Für mich gehören Brillen zum Outfit dazu.“

Modell "Curt" von Framers

 

Schon im zarten Alter von sieben Jahren legte sie sich ein für die damalige Zeit auffälliges Gestell zu und blinzelte fröhlich durch eine runde Nickelbrille, die stark an das Modell von John Lennon erinnerte. Wenige Zeit später kaufte sich der quirlige Backfisch aus Kyritz an der Knatter beim örtlichen Optiker ihre erste richtige „fancy“ Brille für unglaubliche 800 Mark. Das kleinkarierte Modell von Alain Mikli markierte den Beginn einer augenblicklichen Leidenschaft zur Brille. Denn seit diesem Moment kaufte Sarah regelmäßig neue Brillen und Sonnenbrillen, bis sie so viele Brillen zu Hause hatte, dass es fast schon kurzsichtig gewesen wäre, das Angebot des örtlichen Augenoptikers abzulehnen, dort eine Ausbildung zu machen. Denn dieser klingelte, vom ständigen Brillenkauf der Sarah überzeugt, beherzt an ihre Tür, um ihr einen Ausbildungsplatz zur Augenoptikerin anzubieten.

Begeistert war sie damals nicht. Denn im Grunde ihres Herzens war sie Künstlerin. Machte Acrylmassenmodellage und Action-Painting. Sie liebte zwar Brillen, aber Augenoptiker wollte sie trotzdem nicht werden.

Inzwischen weiß sie, dass das eine gute Idee war. Ihre Ausbildung machte sie allerdings nicht in Kyritz, sondern in der Berliner Brillenwerkstatt in Kreuzberg. Hier lernte sie auch Matthias Busche kennen – Kopf des zu diesem Zeitpunkt noch taufrischen Brillenlabels Framers. Seine Brillen fand Sarah auf Anhieb super. „Ich mochte seine Brillen schon immer sehr, weil sie immer schon anders waren. Super Qualität, kein Brand an der Seite, irgendwie auffällig, aber doch zurückhaltend. Irgendwie halt so typisch Kreuzberg.“

Brillen-Farbmuster für David & Co.

 

Irgendwann hat sie ihm ein paar Tipps zu seinen Brillen gegeben, die sie aus ihrer täglichen Arbeit mit den Kunden herausgefiltert hatte. Matthias Busche war dankbar über so viel Engagement. Und dem nicht genug, Sarah hatte inzwischen sogar schon an eigenen Brillenentwürfen gearbeitet, die auch relativ bald in handfeste Modelle übersetzt wurden.

Brillendesign ist eine Kunst für sich.

Inzwischen ist Sarah Chefdesignerin bei Framers. Sie liebt ihren Job. Endlich pulsiert ihre künstlerische Ader wieder. Denn der Prozess von der Idee zur fertigen Brille ist durchaus kreativ. Zumindest bei Sarah Settgast. Unter irgendeinem Apfelbaum im Stuttgarter Ländle, bei einem Stück Melone oder Erdbeere oder zu Hause bei einem Glas Wein und einem alten Chanson, das von Original-Schellackplatten aus einem antiken Grammophon trällert – hier holt sich Sarah Inspirationen für eine neue Brille. Ihre Entwürfe tragen dann Arbeitstitel wie „Melon Touch“, „Strawberry“ oder „Apple Tree“ mit den Resten der Früchte stilecht über dem Blatt verwischt. Ein bisschen Action-Painting muss eben immer noch sein.

Handskizzen einer neuen Framers-Brille

Die handgefertigten Skizzen werden eingescannt und digital nachgezeichnet. Produziert werden die Brillen per Handarbeit in der Nähe von Passau. Nach drei Monaten kommen die Rohlinge. Maximal fünf bis sechs Brillen werden pro neue Kollektion herausgebracht. Das wundert nicht, bei soviel Handarbeit. Jede einzelne Brille wird aus einer Acetatplatte ausgesägt und befeilt. Eine ganze Woche werden die Gestelle in einer Trommel vorpoliert. Danach per Hand nachpoliert. So sehen sie nicht nur gut aus, sondern liegen auch gut in der Hand. „Bei Framers sind Brillen eben auch Handschmeichler“, säuselt Sarah verheißungsvoll. Und echte Persönlichkeiten dazu. Wie es sich für echte Originale gehört, tragen diese Brillen einen eigenen Namen. Sie heißen Brenda, Coco, Curt oder David. Namensgeber sind dann entweder Freunde oder Bekannte, mit denen die Brillen Ähnlichkeit haben oder aber sie bekommen Namen von Persönlichkeiten aus Mode und Musik, wie zum Beispiel Coco Chanel oder Curt Cobain.

Wenn man Sarah so zuhört, spürt man, sie ist voll in ihrem Element. Brillen-Design, das ist genau ihr Ding. Der Erfolg des kleinen Labels gibt ihr Recht. Sie scheint alles richtig zu machen. Dabei hat sie nicht mal eine Ausbildung als Produktdesignerin. Muss man das überhaupt? „Produktdesigner wollen Produkte revolutionieren. Das funktioniert aber nicht immer. Nicht jeder Kunde hat nur minus 1 Dioptrie, sondern auch minus 5 bis Minus 6 Dioptrien. Da funktionieren Kurven beispielsweise nicht. Hier hat der Optiker einen Vorteil beim Gestalten. Der weiß, was funktioniert“, entgegnet sie selbstbewusst.

 

Sarah ist übrigens immer noch Brillenfan und selbst ihr bester Kunde. „Ich hab für jedes Outfit die richtige Brille. Für die 20er Jahre Outfits trage ich am liebsten Panto-Brillen, zu Jeans lieber Trapez.“ Die Entscheidung, ob sie am Abend mit der runden Deborah oder lieber mit dem lässigen David ausgeht, hängt am Ende ganz vom Styling ab.

Framers Gmbh
Kreuzbergstraße 30
10965 Berlin
030 322961630
www.framers.de

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